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Mythen um Studium und Ausbildung auf dem Prüfstand

© Christina@wocintechchat.com/Unsplash

Bertelsmann Stiftung und CHE Centrum für Hochschulentwicklung legen Faktencheck vor

In Zeiten des Fachkräftemangels verschärft sich die Konkurrenz um den Nachwuchs zwischen Ausbildungsbetrieben und Universitäten. Dabei haben sich in der öffentlichen Wahrnehmung zahlreichen Mythen und Vorurteile etabliert: „Inzwischen machen doch fast alle Schüler:innen Abitur“, „Der Studienboom nimmt den Betrieben die Auszubildenden weg“, „Nur Akademiker:innen verdienen richtig gut“. 

Zehn dieser Mythen haben sich die Bertelsmann Stiftung und das Centrum für Hochschulentwicklung vorgenommen und in Teilen widerlegt. Zu den wichtigsten zählen: 

„Inzwischen machen doch fast alle Schüler:innen Abitur“

Grundsätzlich legen deutliche mehr junge Menschen das Abitur ab als noch 1960er und 70er Jahren. Der wesentliche Anstieg erfolgte allerdings nicht in letzter Zeit, sondern bereits bis Anfang der 2000er-Jahre. Seit zehn Jahren ist kein wesentlicher Anstieg der Quote der Studienberechtigten mehr zu beobachten. Die Entwicklung stagniert und ist in den letzten Jahren sogar gesunken.

„Der Studienboom nimmt den Betrieben die Ausbzubildenden weg“

Tatsächlich ist nicht nur die Zahl der Studierenden, sondern auch der Auszubildenden zwischen 2011 bis 2021 gesunken. Es gibt in Deutschland deutlich mehr junge Menschen, die eine Ausbildung aufnehmen, als solche, die ein Studium beginnen. Der aktuelle Auszubildendenmangel in Deutschland lässt sich also nicht allein mit einer wachsenden Beliebtheit des Studiums begründen. Vielmehr ist ersichtlich, dass er sich durch die Folgen der Corona-Pandemie verschärft hat. In dieser Zeit ist allerdings auch kein Anstieg der Zahl von Studierenden zu erkennen.

„Alle mit Abitur studieren dann auch“ 

Immer mehr Auszubildende in Deutschland haben zuvor ein (Fach-)Abitur erlangt. Vor 15 Jahren waren es noch 18 %, inzwischen ist der Anteil auf 30% gestiegen - also fast jede:r dritte Auszubildende hat ein Abitur. Die Zahl der Studienanfänger:innen ist dabei stabil geblieben.